Verfasst von: dora | Mai 16, 2010

Alles Bio.

In den letzten Monaten und vielleicht sogar Jahren gab es einige Ereignisse und Erlebnisse, die mich auf einem anderen Weg geprägt haben, als im bisherigen davor stattfindenden Leben.

Ob die Aufdeckung von Lebensmittelskandalen oder der immer notwendiger werdende Schutz der Menschheit vor dem Klimakollaps. Einiges läuft schief in der Organisation der Welt. Einiges ist mehr Ausbeutung als Ernte und gegen vieles davon kann jeder für sich auch etwas tun.

Diese ganzen Eindrücke und das neue Wissen um die Umstände dieser Welt führten letztendlich zur Entscheidung, sich selbst – testweise nur für einen Monat – so zu verändern, dass der hinterlassene Fußabdruck wesentlich kleiner werde als bisher. Nachdem ich in den Semesterferien vor dem jetzigen Sommersemester also wieder ins neue zu Hause fuhr, beschloss ich, einen ganzen Monat lang nur biologisch angebaute Waren zu kaufen. Der Großteil davon waren natürlich die Lebensmittel, aber es waren genauso Schreibwaren und alle anderen Bereiche eingeschlossen.

Jetzt ist dieser eine Monat vorbei. Und ich versuche irgendwie ein Fazit zu ziehen.

Hat sich die Welt verändert? Ist die Klimakatastrophe abgewendet?
Natürlich nicht.
Sich alleine nur noch aus dem Bio-Markt zu ernähren ist keine Entscheidung, die unmittelbar sichtbare Konsequenzen mit sich trägt. Vielmehr ist es ein Lebensstil, der von jedem Einzelnen abverlangt werden muss, genau dass sich etwas verändert.

Zu allererst die erstaunlichste Wandlung.
Ich bin ein als relativ sparsam erzogener Mensch. Grundsätzlich kein Nachteil. Allerdings wandelt sich das Blatt, und hier sehe ich leider sehr große Parallelen zum Rest der Gesellschaft, wenn „Geiz ist geil“ zum Lebensmotto wird, oder wenn „billig“ besser wird als „günstig“.
Natürlich habe ich auch im Bio-Markt auf die Etiketten unter der Ware geachtet. Als Student ist eine andere Einkaufspolitik nur schwerlich möglich. Trotzdem weiß ich im Bio-Laden, dass die Preise eben (zu einem im Vergleich zum herkömmlichen Einzelhandel jedenfalls sehr viel mehr) auch auf Qualität achten, und die Ware nicht ohne Rücksicht auf den Inhalt noch billiger verkaufet wird.
Vielleicht ist einigen das schon viel mehr bewusst als mir das war. Ich allerdings war jemand, der zu ungefähr 90% bei Penny eingekauft hat. Tiefpreispolitik in Reinform.
Der Wandel in mir erstaunt mich selbst, wie ich darüber nachdenke, und diese Zeilen hier schreibe. Ich war einen ganzen Monat lang nur einmal bei obigem Discounter, und war schockiert wie billig dort alles war. Nein ich war nicht sauer, was ich mir mit diesem Bio-Monat denn alles angetan habe, sondern wirklich negativ erschrocken, wie man denn beispielsweise eine Tüte Milch für 29 cent verkaufen kann. Hiermit ist der erste Schritt getan, den Testmonat nicht bei einem solchen zu belassen.

Zweitens und unweigerlich ein Thema: Die Preise und Gesamtausgaben.
Eine Veränderung nicht für meinen Kopf, sondern für meinen Kontostand. Vorher habe ich maximal 100€ pro Monat für Lebensmittel ausgegeben. Meistens weniger. Alle drei bis vier Tage ein Einkauf über ungefähr 10€.
Ich wusste ja, dass es teurer wird. Ich habe damit gerechnet, und mir auch ein Maximum von 200€ gesetzt, so dass es nicht gleich zum Kündigen der Wohnung kommt.
Die Realität hat mich dann aber schnell eingeholt, als ich schon für den ersten Einkauf 40€ zahlte, und mich fragte, seit wann mein Rucksack denn für einen so hohen Warenwert ausreiche.
Die Einkaufsrate blieb in etwa die gleiche. Die Preise für die einzelnen Einkäufe haben sich ungefähr verdoppelt (von der anfänglichen Eskapade einmal abgesehen…).
Statt der bisher ausgegebenen 80€, hatte ich in meinem ersten Bio-Monat mit unglaublichen 190€ Ausgaben zu tun. Eine Menge mehr.
Jeder der behauptet, Bio sei gar nicht so sehr viel teurer, ist mit meinem Essensstil widerlegt. Ein Anstieg auf mehr als das doppelte ist viel. Extrem viel.

Weiter noch eine vielzitierte Eigenschaft von Bio-Essen: „Es schmeckt besser“.
Viele Vergleiche hinken bei mir. Ich bin von 8ct-Fertigbackbrötchen auf Mehrkornbrot umgestiegen und von einem Fleischfanatiker zu einem Liebhaber geworden. Direkt kann ich also nicht vergleichen.
Trotzdem ein Versuch: Das Frühstück besteht nicht mehr aus Mini Zimtos und Nougat Bits (obwohl ich den Geschmack immer noch umwerfend finde 😛 …) sondern aus einer Haferflockenmischung mit getrocknetem Obst. Es schmeckt nicht unbedingt „besser“, aber immerhin auch noch gut. Die bemerkenswerte Neuerung besteht allerdings in der Sättigung. Eine Portion Haferflocken hält um ein vielfaches länger als oben angesprochenes. Aber wie schon gesagt hinkt auch dieser Vergleich, weil es Haferflocken ja auch Non-Bio gibt, und ich vermute stark, das ein Unterschied nur den Kelloggs-Testessern offen liegt.
Weiter im Tagesverlauf: Bisher machte ich mir drei der oben beschriebenen Aufbackbrötchen mit drei verschiedenen Wurstsorten und Käse und Gurke als Mahlzeit für den Tag. Im Vergleich zu vielen Kommilitonen schon ein unverstandener Luxus, aber es hat ja auch geschmeckt. Die Brötchen wurden durch Brot ersetzt. Dieses war schon mal viel geschmackvoller als ein Industrieteigling und stellt einen großen Qualitätsgewinn dar. Die Gurke ist Bio geworden und der Käse aus Bio-Milch. Doch die drei Wurstsorten haben sich verändert: Fleisch ist leider eine der teuersten Kategorien im Bio-Markt. Wohl oder übel musste ich, um das Budget noch einigermaßen einzuhalten auf Brotaufstriche und nur ausgewählte Wurst umsteigen. Aber auch hier die Erkenntnis: Schmecken tut’s trotzdem.
Auch die Hauptmahlzeit am Abend hat sich massiv verändert. Statt dem täglichen Fleisch braten, Beilage machen und Sauce anrühren gibt es nun etwas mehr Vielfalt, was aber auch nur bedingt mit Bio zu tun hat. Wie schon erwähnt: biologisch kontrolliert gezüchtetes Fleisch ist unglaublich teuer. Selbst ein Extremist der Fleischesser, wie ich zweifelsohne einer war (bin?) kommt nicht umhin, weniger davon zu kaufen. Glücklicherweise gibt es genau dafür auch eine Kategorie im Bio-Markt: Fleischersatz. Bis vor etwa einem Monat war für mich Fleischersatz gleich Tofu, und Tofu schmeckt mir einfach nicht. Was gab es für Alternativen? Glücklicherweise jede Menge. Von Gemüsebrätlingen bishin zu aus Mehl, Wasser und Ei geformten Fleischnachahmungen ein ganzes Regal voller vegetarischem Fleisch. Und da ich selbst so reagiert hätte, weiß ich, was manche Leser jetzt von diesen Sachen denken: Seltsam, geschmackslos und vielleicht einfach nur „kein Fleisch!“. Tollerweise hat mich der hohe Fleischpreis und der nach wie vor hohe Appetit auf Fleischgeschmack eines besseren belehrt. Die erst einmal absurd erscheinenden Mehlklumpen „mit Geschmack nach Holzfäller Art“ schmecken nicht exakt wie Fleisch, haben aber eine sehr ähnliche Konsistenz und einen wahnsinnig guten Geschmack. Für weitere Details frage man mich einfach. Ich bin jedenfalls überzeugt.

Trotz allem Gehörtem bin ich noch weit davon entfernt, mich Vegetarier nennen zu können. Ich respektiere diese Lebenseinstellung, aber bin aufgrund einiger Speisen derzeit nicht bereit dazu, vollkommen zu verzichten.

Jetzt sitze ich hier. Viele verarbeitete Erfahrungen und neue Sichtweisen auf die Lebensmittelindustrie. Verändert habe ich die Welt nicht. Aber mich sehr wohl.
Es ist wahnsinnig teuer, aber irgendwo gerechtfertigt, und daher werde ich so weit es geht weiterhin aus Bio-Märkten leben. Eine feste Entscheidung, die negativ begründet ist. Ich will schlicht und einfach nicht mehr in einem Laden einkaufen, in dem die Ware so unbegreiflich billig ist, wie der Großteil an Discountern. Diese Lebensmittel können unmöglich unter humanen, gesunden und nachhaltigen Bedingungen entstanden sein. So etwas mit diesem Wissen zu unterstützen, ist unterste Schublade. So spießig wie es klingt: Ja ich bin Bio.

Hier noch weitere Informationen die mich beeinflusst oder beraten haben:

  • Eine schockierende und doch sicher für das Gesamtbild stehende Reportage über den Discounter KiK. (Sicher nicht die einzige Dokumentation auf diesem Gebiet, aber die letzte und somit ausschlaggebende für mich.)
  • Die Homepage des Rates für Nachhaltigkeit der Bundesregierung (wer von euch wusste denn schon vorher, dass es den überhaupt gibt), das kostenfrei über einen Lebenswandel informiert. Dutzende Broschüren sind dort als pdf oder völlig umsonst in Printversion zu bestellen. Sehr empfehlenswert sind vor allem „Konsum und Nachhaltigkeit“ (pdf) und „Der Nachhaltige Warenkorb“ (pdf).
  • Eine der vielen NGO’s die auf Lebensmittel aufpassen: foodwatch. Die Aufgedeckten Lebensmittelbetrüge senken vor allem das Vertrauen in Waren, bei dem die Werbebuchstaben größer als der Preis sind.
  • Und nicht zu letzt die vielen privaten Diskussionen mit mir nahestehenden Leuten die mich in den letzten Jahren und besonders Monaten auf eine andere Bahn gebracht haben. Dies hier ist kein langes Buch, aber ihr habt es trotzdem verdient: Danke.
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Responses

  1. eratmal: wow, Respekt fürs Durchziehen! Ich glaub, dass viele ähnlich denken, aber bei dem Schritt „das ist so verdammt teuer“ aufhören.
    Ich persönlich halt es so, dasss ich Fleisch nur aus ökologischer Erzeugung esse und auch so selten wie möglich (ja, ich weiß, das wäre eigentlich nie, aber du verstehst, was ich mein, oder?). Einfach weil das immerhin Lebewesen sind, die zumindest, wenn sie schon nur zu unserem Zweck leben, das einigermaßen würdig tun sollten. Praktischerweise bezahlen mein Essen noch meine Eltern und die haben eine Bekannte mit Biohof keine 15 km entfernt. Aber ja, dass ist Luxus.
    Was ich erstaunlich finde, ist die häufige wirklich krasse Einstellung gegenüber Vegetariern. Ich hab selbst mal ne Zeit lang gar kein Fleisch gegessen, und keinesfalls in irgendeiner Weise versucht, irgendwen zu bekehren. Da muss jeder selbst drauf kommen, über seinen Fleischkonsum nachzudenken. „Du isst meinem Essen das Essen weg“ war mal lustig, ists beim 10ten mal aber nicht mehr. Und wer dann aber Fisch isst, soll sich sofort rechtfertigen, weil: „Aha, dass macht aber gar keinen Sinn, dann darfst du Fische aber auch nicht essen“. Aber ist ja ein bisschen ein anderer Schuh, gell?
    Tja, wenn du mal in Regensburg wieder bist, auf Öko-Mission, meld dich bei mir, darfst mal raten, wo ich seit nem Monat arbeit:):)

  2. Ach und: den Bemüsebrätling fand ich nett;)

  3. Sehr fein! Mach doch nen Film draus.. Erinnert mich irgendwie an „Supersize Me“. 😉
    Wenn ich an meinen 1 Tag fasten denke, das war ja schon schwer. Gratuliere zum starken Willen. Wobei du dir ja wirklich eine Herausforderung gestellt hast: Ich würde mich ja eigentlich auch als „Bio“ bezeichnen, was du gemacht hast kommt für mich schon in die Kategorie „Voll-Öko“, mit allem drum und dran (hattest du auch Birkenstocks?).

    Ich persönlich habe mich in meinem Studentenleben auf Kompromisse geeinigt. Wenn ich mal groß bin, und viel Geld verdiene, vielleicht werd ich dann Voll-inkl.Fleisch-Öko. Bis jetzt aber reicht mir das gute Gewissen wo und wann es geht bio zu sein, und bei sonstigem Einkauf einfach mal etwas nachzudenken.

    Beispiel: Meine Milch ist nicht immer Bio, aber wenn nicht dann ist sie „Unsere Heimat“ oder „Schwarzwälder Milch“, welche ihr hoffentlich nicht kennt (sonst wären’s anscheinend Ketten), um die lokalen Landwirte zu unterstützen (man merkt das auch etwas am Preis). Und wenn auch das nicht, dann immerhin „Berchtesgadener Land“ oder „Landliebe“, weil ich damit gentechnikfreie Landwirtschaft unterstütze, und das sogar bei geringem Preis.

    Stichwort: Fleisch. Ja es IST teuer. Aber je mehr Berichte ich über Schlachtbetriebe und Skandale mitbekomme, desto leichter fällt es mir mal darauf zu verzichten. Oder eben etwas teuerer einzukaufen weil ich bei der einen Marke ein besseres Gefühl habe als bei einer anderen, auch wenn nicht Bio draufsteht.
    Beim Hackfleisch dagegen schmeckt mir das Essen nur noch halb so gut, wenn nicht Bio draufsteht, eigentlich ekelt es mich sogar. So viel muss einfach sein (Beim Mensaessen übrigens auch.)
    Mein Fisch ist übrigens NICHT Bio, aber MSC zertifiziert, schwups, und schon fühlt es sich gut an.

    Ob mein Müsli (also das richtige, jetzt nicht die Zuckerpampe) Bio ist oder nicht, ist mir größtenteils egal, aber sobald Obst reinkommt: Bio bitte! (wenn möglich)

    So zieht sich das weiter durch. Wenn ich mir Fertigpizza oder Tütennudeln reinziehe, scheiß ich auf Bio, da ist es nämlich eh schon egal. Was ist gesünder: Cola oder Cola-light? (aber bitte lieber Knorr anstatt Maggi ;P)

    Ich mag die Gedanken die hinter Bio stecken, und die kann ich auch unterstützen selbst wenn ich nicht immer bio kaufe. Ich fühle mich gut und mein Ausgabenplan zeigt für Lebensmittel durchschnittlich 140 € im Monat an. Erträglich finde ich.

    Und auf das Geschmacksargument hab ich übrigens noch nie wert gelegt, das liegt unter des „Bio“s Niveau. 😉
    (mmmh… wobei… Bio-Käse… mmmmh! :))

    Also ich hoffe du konntest was mitnehmen aus dem Monat, kleiner Tipp:
    Bei Aldi gibts auch Bio. Vielleicht nicht Bioland, Demeter & Co, aber Eg-Öko-Siegel. Und das ist immernoch deutlich besser als [NICHTS].

    Beste Grüße,
    Jonas

    PS: Foodwatch ist ein Segen.

  4. @Julia: Die Fleischesser, die einen Vegetarier so gar nicht verstehen wollen und vielleicht auch noch darüber lästern haben häufg keine wirklich reflektierte Meinung darüber (eben genau im Unterschied zum Vegetarier). Und ich sage das ausdrücklich, weil ich von mir auf andere schließe 😉
    Nein im Ernst, das ist mehr ein Spaß zu sagen „Hey du bist anders als die anderen“ und hat weniger damit zu tun, was wirklich geschieht. Wir leben einfach in einer Fleischgesellschaft, und wenn ich jetzt aufhöre Brot zu Essen würden mich viele auch erst mal komisch anschauen…
    Und wo arbeitest du? Am Biohof? Im Biomarkt?

    @Joni-bhoni:
    Zum Thema Aldi und Co: Ja klar gibt es da Bio. Aber das EG-Siegel ist nunmal nur für die Schadstoffe und andere Aufzuchtstandards da. Wenn du den Preis (der ja sicherlich günstiger ist, sonst hättest du mir das nicht empfohlen) wieder hinterfragst, musst du unweigerlich daran denken, warum das denn nun billiger sein kann. Solange das EG-Siegel nicht auch auf soziale Standards setzt, ist das mir persönlich erstmal nix wert. Dann mögen vielleicht die Äpfel nicht gespritzt sein, aber vom Erntehelfer bis zur Kassiererin gibts nur Hungerlöhne. Und anders ist sowas nunmal nicht möglich.
    Und warum ist Bio bei einer Fertigpizza oder Tütensuppe egal? Das Zeug mag nicht sonderlich gesund sein, aber das ist auch nur ein ganz kleiner Grund, warum ich Bio einkaufe. Das derzeit laufende (!) System der Nahrungsmittelproduktion ist in einer Billigspirale und da muss es raus. Die Tomaten auf meiner Fertigpizzasauce sind dann eben auch Bio. Warum sollten sie es auch nicht sein?

    Übrigens: Ich hatte nichts mit Birkenstock. Dieser Monat war ja „nur“ Bio-Konsum und nicht Bio-Lebensumfeldneugestaltung. Und zufälligerweise brauchte ich keine neuen Schuhe 😉

  5. Heyho Rauibauer! 🙂
    Ja das stimmt natürlich. Wenn ich Bio konsequent unterstützen wollte müsste ich auch Bio-Fertigpizza und Bio-Fertignudeln kaufen. Bloß fühlt sich das für mich so an als würde ich am falschen Hebel ziehen, oder zumindest den Hebel an der falschen Stelle anfassen. Es wäre unmöglich von jetzt auf heute die Billiglebensmittel-gewohnte Kultur darauf zu bringen alle ihre Fertiggerichte zukünftig Bio zu kaufen. Dagegen haben Grundnahrungsmittel mit Bio-Siegel wie Wurst, Käse, Milch, Joghurt, Obst, Gemüse schon jetzt Einzug in die ganz normalen großen Supermärkte & eben sogar Discounter erhalten. Momentan sieht es da zwar etwas mickrig aus, aber es IST was da, und diesen Wandel will ich unterstützen. Was bringt es wenn die „Ökos“ ihre Lebensmittel immer schön in ihren kleinen Bio-Läden kaufen, und die große Masse davon nicht mal was mitkriegt oder sogar darüber die Nase rümpft. Das wäre zu schade!
    Man muss den Gedanken weiterdenken. Grade das Bio-EG-Siegel hätte mit seinen im Vergleich zu den Bio-Anbauverbänden „schwachen“ Forderungen das Potenzial ein Massenphänomen zu werden. Eine Art etwas höherer allgemeiner Qualitätsstandart, entgegen der schnell und billig Bewegung. Und es wird in unserer Gesellschaft immer die geben, die wenig Geld besitzen. Wenn für solche Leute dann der gleiche Standart zu Discountpreisen (natürlich trotzdem deutlich höher als nicht-Bio-Lebensmittel) verfügbar ist, hätte dieser Wandel ernsthafte Chancen.
    Ich finde das sollte man unterstützen.
    Natürlich fragt man sich dann ob da nicht Leute ausgebeutet werden etc., aber wie du schon sagst dafür ist das Bio-Siegel nicht gemacht. Man muss es als Kompromiss sehen. Besser als nichts. Und wenn wir erst alle mal Bio sind, dann bemühen wir uns auch noch Fairtrade zu werden.
    Du kannst natürlich auch erst anfangen für humane Produktionsbedingungen zu sorgen, und öfter mal regionale Produkte kaufen. Aber irgendwann stellt sich einem natürlich die Frage:
    Was ist schlimmer, Qualitäts-Produkte für die Leute bluten müssen, oder Produkte die den kleinen Bauern unterstützen, von denen wir aber langfristig vergiftet werden? (Anm.: Oder natürlich beide Vorteile zusammen dafür dass DU dann am Existenzminimum lebst.. ;))
    Ich würde sagen ein Dilemma.
    Aber alles besser als vergiftete Lebensmittel für die Tiere und Bauern und Erntehelfer (und Natur!) gleichermaßen bluten müssen. 😉

    Beim Wiederdurchlesen kam mir grad eine Idee:
    Wie wär’s mit ner neuen Ladenkette names BioDonalds? ^^

  6. Ich weiß jetzt nicht, wie Bio das ist, aber es läge schon nahe: http://i.qype.com/place/1394557-Mojo-Burger-Regensburg

    • Uh! Am Fischmarkt!? Man merkt ich war schon länger nicht mehr zu Hause…

  7. Den Laden hab ich auch noch nicht gesehen.

    Jepp, Biomarkt. sehr nette Leute, unheimlich leckeres Zeug in der Bäckerei. Was will man mehr?


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