Verfasst von: dora | Mai 5, 2009

Persönlichkeitsrechte contra Sensationsgeilheit

Wo ist eigentlich die Grenze?

Wo ist für einen Journalisten Schluss, den Weg des Geldes zu verlassen und durch welche Mittel auch immer, auf den Weg von Moral und Sitte zu gelangen?

Folgendes Beispiel. Die Tatsachen sind nicht erfunden:

Ein Verbrechen geschieht. Alle Zeitungen berichten darüber. Überall ist der Polizeibericht in abgewandelter Form. Nur eine Zeitung macht die Ausnahme. Die vom Deutschen Presserat am häufigsten gerügte Zeitung, der ja seit langem schon ein exzellenter Blog gewidmet ist.
Diese Zeitung hat am nächsten Tag schon in ihrer gedruckten Ausgabe ein Foto des Opfers, nennt ihn bei vollem richtigen unzensierten Namen und kennt seine Wohnung in diesem Artikel so gut, dass man diesen als Wegbeschreibung und Einrichtungsrichtschnur für einen Nachbau benutzen könnte.

Dass alles geht meiner Meinung nach viel zu weit. Es kommt vermutlich wie dutzende Mal in jedem Jahr wieder zu einer Rüge des Presserats. Doch damit ist eigentlich keinem geholfen. In diesem wie in jedem anderen Fall sind die Personen die dahinter stehen noch lange Zeit Opfer der allgemeinen Sensationsgeilheit der entsprechenden Leser.

Ein Großteil der Informationen in obigem Beispiel war ergooglet. Einfach und effektiv. Jeder kann das. Finde ich auch in Ordnung. Jedoch dass in „die meistgelesene Tageszeitung Deutschlands“ zu stecken ist noch ein mal ein Unterschied.

Wenn ein „Superstar“ oder ein „Supermodel“ mal auffallen will und sich betrinkt, mit Daniel Küblböck schläft und anschließend Gurkenlaster anfährt, dann ist das zu einem gewissen Grad Absicht und soll in die Zeitung. Eine Boulevardzeitung lebt ja davon, so etwas zu berichten. Und ja. Meinetwegen sollen sie auch über alle anderen für die Leute tollen, lustigen und schicksalhaften Ereignisse schreiben.

Aber nicht in diesem Ausmaß. Nicht mit einem aktuellen Bild. Nicht mit dem Namen, über den die Familie jetzt angreifbar für Gut und Böse wird.

Nein liebe Medienwelt. So nicht.

(Zum Großteil hältst du dich ja daran. Danke.)

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