Verfasst von: dora | April 23, 2009

Mindfucks überall.

oder: Die Gesellschaft.

„Die Gesellschaft“ prägt diese Gesellschaft und ihre Bewohner so stark wie nie zu vor. Mit so präsenten Medien wie nie zuvor. Mit Sensationssucht wie nie zuvor.
Und dabei werden immer größere Ideale geschaffen wogegen der Mensch immer gleich bleibt. Also kleiner wird. Im Kopf.

Wir brauchen alle viel Geld, große Brüste und Glieder, dicke Autos und haben Angst vor Terror und Krise.

Aber wir sind nunmal wie alle vor uns auch. Halbwegs was zum Leben auf dem Konto, ein durchschnittliches Sexualleben, mit Glück ein finanziertes Auto für den Arbeitsweg, dass wenigstens nach etwas herschaut. Der Terror ist uns recht egal, solangs bei uns nicht passiert. Die Gesetze, die unsere Freiheit gegen Sicherheit tauschen sind uns ganz recht, solangs was hilft. Ist ja auch noch nix passiert. Hilft also.
Und die Krise, hm ja die Krise. Die ist schon schlimm. Wir haben zwar noch nicht viel davon gemerkt, aber die Lebensmittel werden teurer und der Schwiegersohn vom Nachbarsfreund der macht ja jetzt Kurzarbeit bei irgendsonem Automobilzulieferer. Das ist natürlich hart.

Du hörst es, lieber Leser. Ich fühle mich nicht als ein Teil dieser Gesellschaft. Doch natürlich. Ich lebe hier und habe Teil an ihr. Mehr aber auch nicht.

Hier ein paar Fakten, die herrvoragend zu obigem passen:

Diese Woche wollen sechs Konzerne Dividenden-Ausschüttungen in Höhe von von 5,2 Mrd. Euro beschließen. Und: Zehn der 30 Dax-Konzerne erhöhen sogar ihre Dividenden.

– Der weltgrößte Chemiekonzern BASF verteilt an seine Besitzer wie im Vorjahr 1,8 Mrd. Euro. Zynisch, denn BASF plant an seinem Stammsitz Ludwigshafen Kurzarbeit

– Der Softwarekonzern SAP hält seine Dividende auf Vorjehres-Niveau, obwohl die Walldorfer die Zahl ihrer Stellen um 3 000 senken wollen.

– Thyssen-Krupp hat bereits 669 Mio. Euro ausgeschüttet, genauso viel wie im vorangegangenen Boomjahr. Handelsblatt: „Trotz geplanter Entlassungen von mehreren Tausend Mitarbeitern will Berthold Beitz, Vorstand der Krupp-Stiftung, auch künftig nicht auf Dividenden verzichten.“

– Die Post und die Telekom geben mehr aus, als sie netto verdient haben und bluten so ihre Unternehmen aus. Das Geld wird zukünfitg für Investitionen fehlen. Die Post zahlt an diesem Dienstag 60 Cent pro Aktie – der Nettoverlust liegt bei 1,40 Euro pro Aktie. Die Telekom zehrt sogar das zweite Jahr in Folge an ihre Substanz.

(Quelle: Hier und Hier)

Genug davon? Ich schon. Die Gesellschaft nicht. Wird halt nicht gezeigt in „den Medien“. Warum auch immer.

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