Verfasst von: dora | April 23, 2009

Das System.

Das Alter, in dem man RAF-Anhänger wird, oder einfach mal bloggt. Ich bin wohl mittendrin.
Hiermit übe ich einmal Systemkritik.
Von allen vielem Problemen picke ich mir jetzt mal zwei heraus. Nummer eins: Politik. Danach: Wirtschaft.

Seit vielen Jahren schon. Wohl zusammen mit meinen ersten Gedanken zur politischen Meinung bei der Bundestagswahl kurz nach meinem achzehnten Geburtstag. Seit vielen Jahren schon beschäftigt mich das Problem der sturheit und unwirksamkeit der Politik. Und das ist beileibe kein deutsches Problem. Es ist, als wäre das eine Stufe der Evolution von Politik. Nachdem Monarchie und Diktatur abgelegt sind, kommt die Zeit der euphorischen Demokratie und des Wandels (in dieser Phase wähnen böse Zungen jetzt Amerika). Und danach verfährt sich alles. Die Wirtschaft in Person vieler großer Konzerne verflechtet sich mithilfe von Lobbyisten und Arbeitsplatzversprechungen mit der Politik und regiert sie schließlich vollends.
Parteien stehen im Wahlkampf für ihre Prinzipien oder betreiben blanken Populismus. Gerne auch mal beides. Kaum im Kabinett, merken auch junge und Yes-we-can-motivierte Politiker hierzulande, dass der Hase anders läuft. Erstmal will der Sohn vom neuen Post-Chef einen neuen Q7 für die Vergünstigung der Briefwahlkampfzettel im Landkreis Bottrop, dann kommt auch noch ein Sprecher der Telekom und erinnert an das Stillschweigeübereinkommen mit dem Vorgänger. Das eine, dass dringend eingehalten werden müsse.
Politik betreiben war gestern. Marionetten mit großen Mäulern sind da heute. Politiker die gewählt werden sind nicht fach-kompetent, sondern Rethorik-Genies. Und ändern kann man auch nichts.
Tritt man einer Partei bei, muss man sich in die Muster drängen. Änderung unmöglich.
Macht man eine eigene Partei sind die Motivationen anfangs hoch, aber man wird sich mit eventuell steigender Macht auch wieder in das System einpressen lassen müssen. Lobbyismus kann man nicht eingrenzen solang der Wille zum Geld exisitert. Populisus lässt sich nicht eingrenzen solang man nicht die Bildung aller Leute auf ein Mindestniveau bringt. Beides ist unmöglich. Ist mir selber klar. Also lassen wir das. Jetzt hab ich mich wenigstens mal öffentlich drüber aufgeregt.

Zweitens und wichtigens: Die Wirtschaft.
Das hiesige Wirtschaftssystem ist einfach nur kacke. Und das (auch wenns mir keiner glaubt) hätte ich auch schon vor der Krise gesagt. Ganz einfach weil es so ist.
Wenn die Nachrichten uns sagen „Ho, wir haben Aufschwung! 5% Wachstum!“ oder „Bäh! Rezession! -5%“, dann ist manch einer gewillt zu denken, dass wäre die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts oder sowas. Aber falsch Gedacht! Es ist die Veränderung der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts.
Heißt die Kurven des Auf und Ab, die uns immer Gezeigt werden sind nur in dieser Form Sinus-Ähnlich. Wer das BIP selber anschauen würde, sieht seit Gründung der BRD eine IMMER steigende Linie. Die Steigung verändert sich. Klar. Aber die Kurve steigt. Seit es dieses System gibt ist alles auf Wachstum ausgelegt. Mehr Einnahmen, weniger Arbeitslose, höhere Erträge, mehr Konsum, niedrigere Löhne, und so weiter und so fort.
Das ist genau der Schwachsinn, den ich meine. Ein System, dessen Stabilität und Erfolg auf Wachstum setzt, ist einfach nur dumm. Dass die Welt in der wir Leben das nicht dauerhaft hergibt ist die eine Sache. Dass der Mensch dass ebenso nicht aushält die andere. Der Zusammenbruch des auf ähnlichen Prinzipien basierenden Bankensystems war schon lange prophezeit. Es gibt Filme darüber, die noch aus den 90ern sind. Nur hat die nie jemand ernstgenommen. Verschwörerisch und nahezu terroristisch seien sie. Ja man sieht es ja.

Tollerweise gibt es tatsächlich Überlegungen, wie man es besser machen kann. Und zwar inklusive sozialer Marktwirtschaft. Kein Sozialismus. Keine Planwirtschaft. Nein. Alles wie heute. Nur besser.
Wer macht mit und bildet eine Lobby dafür?

Leute, egal wer das hier eigentlich liest. Sind wohl nicht viele. Aber schaut euch mal bitte diesem Film an. Eine Stunde, die sich wirklich lohnt. Erstens für jeden einzelnen, und zweitens in der Konsequenz auch für eine in irgendeiner fernen Zukunft besseren Welt. Verbreitet den Film, macht Videoabende mit allen Freunden und zeigt es denen auch. Diskutiert darüber, veröffentlicht die Meinung. Es muss ein öffentlicher Druck entstehen. Auch wenns noch dauert, bis da etwas fruchtet.
Und gleich danach unterschreibt für die Piraten-Partei. Die einzige Partei, die sich noch sehen lassen kann in diesem schönen Flecklein Erde. (Was ist die Piraten-Partei?)

Wir bauen eine Kathedrale. Im Moment sind wir die Grundsteine. Die Fertigstellung wird keiner hier Erleben. Aber es lohnt sich. Definitiv.

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Responses

  1. […] ihren Denkvorgang eindeutig nicht abgekürzt haben. Ein guter Freund von mir, hat in einem seiner letzten Blogs auf diesen Film aufmerksam […]


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