Verfasst von: dora | April 8, 2009

Sittenabfall

Der Abfall im Titel hat leider gleich zwei Bedeutungen. Die eine kommt dem Wort Verfall im Sinne des Absinkens gleich. Das andere bezeichnet schlicht Müll.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mehr herumkomme in dieser schönen Welt, als in den Lebensjahren davor.
Vielleicht werde ich langsam reif und alt und es fällt mir einfach auf (Stichwort: schlechte Jugend).
Vielleicht aber ist es wirklich so, und das Leben eines Mülleimers wird immer sinnfreier.

Mich regt es in letzter Zeit tierisch auf, wie absolut egoistisch der allergrößte Großteil meiner Umgebung mit Müll umgeht. Vom Kollegen bis zum unbekannten Mitmenschen. Jeder schmeißt seinen Müll dorthin, wo er gerade anfällt. Lässt Flaschen dort stehen, wo sie getrunken wurden. Räumt nicht weg, was er nicht verursacht haben könnte.

Gut, ich kann verstehen wenn der Beutel voller Windeln und Benutzter Gummihandschuhe liegen bleibt, und nur von den Leuten weggeräumt wird, die es müssen.
Aber was einfach gar nicht geht, ist, wenn ich eine leere Flasche aus dem Getränkeautomaten zurück zum Rückgabeautomaten bringe, und derweil zwei andere ebenfalls leere Flaschen die auf dem Tisch stehen, dort belasse. Ich meine, der Mehraufwand ist derart gering, dass es schon aus ist.
Jeden Morgen wenn ich den Aufenthaltsraum der Zivildienstleistenden an meiner Dienststelle sehe, kommts mir halb hoch. SubWay-Tüten, halb aufgegessene BürgerBurger, zerrissene Servietten auf dem Boden, Flaschen aus Automaten und Privatbedarf auf den Tischen, Besteck aus der Hauseigenen Küche benutzt und nicht in den Geschirrspüler gebracht.
Alles Dinge, die quasi keine Zeit kosten, aber einiges toller machen.

Gut, raus aus der Arbeit. Auf dem zu Fuß gegangenem Heimweg schlagen mir weitere Tüten, zerdepperte Flaschen und Zigarettenschachteln ohne Ende entgegen. Nur gut, dass ich weiß, dass die Straßenfeger ihre Arbeit eigentlich recht gut machen. Somit kann ich beherzt gegen alle Mitmenschen hetzen. Das geht echt gar nicht. Ob man in der Innenstadt ist, oder etwas weiter draußen, ist völlig egal. Der nächste Mülleimer ist ausnahmslos NIE mehr als fünf bis zehn Gehminuten entfernt. Wer das nicht aushält, der soll bitte daheim bleiben und Messie werden.

Herrgott nochmal räumts doch euer Zeug weg, so dass nicht immer nur ich der Depp für alles bin, den das nervt und der die Flaschen alle wegbringt. Ich tus gerne. Mein eigenes Zeug sowieso. Warum macht das nicht jeder? Faulheit ist bei der geringen Arbeit kein Grund. Das ist nur Egoismus und das Vertrauen auf ein Heer von Putzfrauen und Straßenfegern. Und das gibt es so einfach nicht. Diese kleine Partisanentruppe stützt sich auf das eigentliche Heer von Leuten, die ihren Müll in dafür vorgesehene Sammelpunkte bringen.
Und das sind wir alle selbst.

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