Verfasst von: dora | Februar 22, 2009

Resignation.

Ein Thema, das mich selbst schon lange umtreibt und über das ich jetzt, angestoßen durch diesen mir wie aus der Seele sprechenden Artikel (der seltsamerweise nicht direkt verlinkt werden kann, und daher auch kein permanenter Link sein wird) , endlich auch mal etwas schreibe. Es wird dadurch nichts besser. Und doch ist es dann draußen.

Kurz nach dem man anfängt zu denken, fallen einem Fehler in allen Bereichen auf. Im häuslichen Alltag lässt sich noch viel verbessern. Dann folgt das Geschehen in der Welt. Die Politik, Wirtschaft und auch die Religion. Die nächste Phase ist dann der unbedingte Wille zur Veränderung. Verbesserung. Manche treten Parteien bei, andere schmieden Pläne zur Gründung einer neuen Partei. Beide finden ihr Ende in der Erkenntnis der Sinnlosigkeit von Politik im Bezug auf Veränderung der Welt. Der vorerst letzte Schritt ist der, in dem ich mich gerade befinde (wohl auch in guter Gesellschaft…). Resignation. Gescheiterte Sinnsuche.

Da stehe ich nun auf dieser Welt. Ohne Partei, ohne Gott, ohne fernes Ziel. Ich weiß was ich studieren will. Ich weiß was ich einmal werden will. Toll. Ich weiß das ich sterben werde eines Tages. Danach ist alles vorbei. Das ist mir egal, weil Trauer sowieso nur bei den Nachkommen existiert. Doch auch ich werde Trauern müssen. Ich werde Freuden erleben dürfen. Ich bin ein Opfer und dann wieder ein genießender Körper.

Franz, der Autor des verlinkten Artikels hat kürzlich eher nebensächlich einen Satz gesagt, der hier nochmal ausdrücklich erwähnt werden soll. Sinngemäß meinte er, dass der Mensch in der derzeitigen Version entweder zu viel oder zu wenig intelligent ist. Zu viel für dass, das es einem alles am Schließmuskel vorbeigeht. Zu wenig für die Fähigkeit, aus unserer Intelligenz anständiges Zeug zu machen. Franz, du hast den Punkt so dermaßen getroffen. Und ganz ehrlich: Wenn das so weiter geht ist mir das Leben ohne so ausgeprägtes Bewusstsein lieber. Was will ein sich zur Perfektion strebender Geist in einer unperfekten Maschine?

Dieser Absatz ist emotionsloser geschrieben und soll nur verdeutlichen, dass ich absolut keine Pläne zur Selbstvernichtung habe. Definitiv.

Zweiter Grund, der zu diesem Artikel geführt hat ist ein weiteres Gespräch. Und wie das mit uns Menschen so ist kommt man dem Thema der Fortpflanzung nicht aus. Wenn sich zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts darüber unterhalten wie sie gegenseitig suchen, finden und letztendlich leiden. Wenn einem nach und nach Bewusst wird, wie gesteuert wir eigentlich sind. Wenn einem bewusst wird, dass vor 527 Jahren nicht weit von dem Punkt an dem du gerade sitzt sich auch irgendwer den Kopf darüber zerbrach wie er die Liebste den rumkriegt und wir heute feststellen dass wir immernoch keinen Schritt weitergekommen sind. Wir haben die gleichen Probleme wie Millionen von Menschen vor, hinter und neben uns. Und alles was wir tun können ist zuschauen.

Seit zivilisiertem Menschengedenken haben ausnahmslos alle Menschen über die Verbesserung der eigenen Umstände nachgedacht und bis heute exakt gar nichts erreicht. Wir haben bessere Technik, die eine schnellere Wirtschaft unterstützt, die uns rein gar nichts bringt. Sie löst nicht die Probleme des Alltags. Sie macht absolut gar nichts anders. Nur schneller und dreckiger.

Zeit für ein Fazit. Was kommt nach dieser Phase der absoluten inneren Resignation? Ich hätte in jeder anderen geistigen Epoche auch nicht geahnt, dass die nächste in dieser Form kommt. Von dem her hoffe ich einfach mal auf eine Veränderung.

In mir. Nicht in der Welt.

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